Weichen im Gleisbett als Bild für die Umstellung von AutoCAD-Add-ins auf .NET 10

CAD

Ihr Add-in lief jahrelang ohne Murren – und nach dem Umstieg auf AutoCAD 2027 lädt es nicht mehr. Oder es lädt, aber die gespeicherten Einstellungen Ihrer Anwender sind plötzlich weg. Beides hat denselben Grund: AutoCAD 2027 läuft auf .NET 10.

Was sich geändert hat

Ein Umzug ist die beste Gelegenheit, den Keller auszumisten. Die meisten Möbel kommen mit, manches passt nicht durch die neue Tür. So ist es auch hier. AutoCAD 2021 bis 2024 laufen auf dem .NET Framework 4.8, AutoCAD 2025 und 2026 auf .NET 8 und AutoCAD 2027 (intern R26.0, DLLs in Version 26.0) auf .NET 10.

AutoCAD.NETVisual Studio
2021 bis 2024 .NET Framework 4.8 2019 bzw. 2022
2025 und 2026 .NET 8, ab Update 2025.1.4 bzw. 2026.1.2 .NET 10 2022, ab diesen Updates 2026
2027 .NET 10 2026

Wichtig ist der Binärbruch: Ein Add-in für AutoCAD 2025 oder 2026 muss für 2027 neu gebaut werden – egal, ob es mit .NET 8 oder .NET 10 entstanden ist. Dazu kommt ein fester Termin. Microsoft beendet die Unterstützung für .NET 8 am 10. November 2026. Autodesk hat deshalb auch AutoCAD 2025 und 2026 mit den genannten Updates auf .NET 10 gestellt, ohne die API zu ändern.

Die gute Nachricht: An der AutoCAD-API selbst hat sich wenig getan. Die meiste Arbeit steckt in .NET – in der Projektdatei, in ein paar verschwundenen Klassen und in Verhalten, das sich still geändert hat.

Roboterarm mit Kamera erkennt reife Tomaten an der Pflanze, die Früchte sind mit einem Erkennungsgitter überlagert

Bildverarbeitung

Ein Hersteller möchte Bauteile per Kamera prüfen. Die erste Frage lautet heute oft: Brauchen wir dafür KI? Manchmal ja. Häufig lösen klassische Verfahren die Aufgabe aber schneller, günstiger und nachvollziehbarer – und die falsche Wahl kostet Monate, in die eine wie in die andere Richtung.

Roboterhand und menschliche Hand berühren gemeinsam einen Bildschirm mit einem Netzwerk aus Linien und Punkten

KI und Machine Learning

Eine Prüfstation meldet zu viele Fehlalarme, oder bestimmte Fehler rutschen immer wieder durch. Schnell fällt das Stichwort Machine Learning. Ob sich der Aufwand lohnt, entscheidet sich aber nicht am Algorithmus, sondern an Daten, Prozess und klaren Zielen.

Ineinandergreifende Metallzahnräder, eines davon verrostet – Sinnbild für gewachsenen Code

Softwarearchitektur und UML

Sie übernehmen eine Software, die jemand anderes geschrieben hat. Dokumentation gibt es kaum, die Kommentare sind veraltet, und wer den Code kannte, ist nicht mehr da. Trotzdem sollen Sie Fehler beheben und neue Funktionen einbauen – und zwar bald.

Zwei Entwickler tippen konzentriert auf einer Tastatur – manuelles Testen am Arbeitsplatz

Testautomatisierung

Jede neue Version kann zerstören, was gestern noch lief. Bei Desktop-Software merkt man das oft erst beim Kunden: Ein Dialog öffnet sich nicht mehr, ein Befehl rechnet falsch, ein Add-in lädt nicht. Wer alles von Hand nachprüft, schafft das bei kurzen Abständen zwischen den Versionen kaum noch vollständig.

CAD-Modell eines Bauteils auf dem Bildschirm mit Leistungskurve

CAD

Ihr Befehl läuft ohne Fehlermeldung durch – und in der Zeichnung hat sich nichts geändert. Oder schlimmer: Nach einem Fehler ist die Hälfte der Bauteile verschoben, der Rest steht noch an der alten Stelle. Beides sind Fehler im Umgang mit Transaktionen, und beide lassen sich vermeiden.

Die Transaktion als Frühstückstisch

Ein Objekt aus der Zeichnung zu öffnen, ist wie ein Schraubglas aufzuschrauben. Früher hat man jedes Glas einzeln auf- und wieder zugeschraubt, mit Open und Close. Die Transaktion ist der Frühstückstisch dazu: Alles, was Sie über sie öffnen, bleibt offen, bis die Transaktion endet. Dann werden alle Gläser auf einmal geschlossen. Mit Commit bleiben die Änderungen erhalten, ohne Commit kommt alles so zurück, wie es vorher war.

Der Ablauf ist immer gleich:

Wissenschaftlerin mit Schutzhandschuhen blickt konzentriert durch ein Mikroskop – genaue Prüfung

Qualität und Sicherheit

Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen in ihren Produkten melden – auch für Produkte, die schon lange verkauft werden. Ab dem 11. Dezember 2027 gilt der Cyber Resilience Act vollständig. Wer Software oder Geräte mit Software in der EU vertreibt, hat also noch gut ein Jahr, um Produkte und Abläufe anzupassen.

Fräser bei der Metallbearbeitung mit Funkenflug

CAM

Jedes neue Teil beginnt mit denselben Klicks: Rohteil anlegen, Werkstoff wählen, Werkzeuge zuordnen, Strategien einstellen, Einrichteblatt ausgeben. Wer das bei jedem Teil von Hand macht, verliert Zeit – und vergisst irgendwann einen Schritt. Ein Add-in nimmt Ihren CAM-Programmierern diese Routine ab.

Wo die Zeit bleibt

In vielen Fertigungen steckt das Wissen, wie ein Teil in FeatureCAM vorbereitet wird, in den Köpfen weniger Mitarbeiter. Jeder hat seine eigene Reihenfolge, seine eigenen Vorgaben und seine eigenen Abkürzungen. Das funktioniert, bis jemand im Urlaub ist oder ein neuer Kollege anfängt. Dann dauert dasselbe Teil doppelt so lang, oder das NC-Programm sieht anders aus als sonst.

Typische Kandidaten für eine Automatisierung sind:

Laborantin zeigt im Labor auf einen Monitor mit Analysesoftware, daneben Reagenzgläser und Probenröhrchen

Bildverarbeitung

Viele Bildverarbeitungsprojekte scheitern nicht an der Software, sondern an Annahmen: dass die Kamera den Fehler sieht, dass das Licht reicht, dass der Takt zu schaffen ist. Eine Machbarkeitsprüfung klärt diese Fragen, bevor Geld in Anlage und Entwicklung fließt.

3D-Gebäudemodell mit offenem Dachstuhl und Bauteilschichten auf Bauplänen

CAD/BIM

Revit 2027 ist installiert, aber Ihr Add-in fehlt im Menüband – oder Revit meldet beim Start, dass es nicht geladen werden kann. Der Grund ist fast immer derselbe: Revit 2027 läuft auf .NET 10, und Ihr Add-in wurde für .NET 8 oder das .NET Framework gebaut.

Wie ein Revit-Add-in aufgebaut ist

Ein Revit-Add-in ist eine .NET-DLL mit mindestens einer Klasse, die IExternalCommand (ein Befehl) oder IExternalApplication (Start und Ende, etwa für das Menüband) umsetzt. Welche DLL und welche Klasse Revit laden soll, steht in einer kleinen XML-Datei mit der Endung .addin, dem Manifest. Jede Änderung am Modell braucht eine Revit-Transaktion:

using Autodesk.Revit.Attributes;
using Autodesk.Revit.DB;
using Autodesk.Revit.UI;

[Transaction(TransactionMode.Manual)]
public class KommentarSetzen : IExternalCommand
{
    public Result Execute(ExternalCommandData commandData, ref string message,
        ElementSet elements)
    {
        var uidoc = commandData.Application.ActiveUIDocument;
        var doc = uidoc.Document;
        // Jede Änderung am Modell braucht eine Revit-Transaktion
        using (var t = new Transaction(doc, "Kommentar setzen"))
        {
            t.Start();
            foreach (var id in uidoc.Selection.GetElementIds())
            {
                var parameter = doc.GetElement(id)
                    .get_Parameter(BuiltInParameter.ALL_MODEL_INSTANCE_COMMENTS);
                if (parameter != null && !parameter.IsReadOnly)
                {
                    parameter.Set("geprüft");
                }
            }
            t.Commit();
        }
        return Result.Succeeded;
    }
}

Der Befehl setzt bei allen gewählten Elementen den Kommentar. Mit dem Attribut TransactionMode.Manual verwaltet das Add-in seine Transaktionen selbst. Fehlt das Commit, nimmt Revit die Änderungen beim Verlassen des using-Blocks zurück.

Was sich mit Revit 2027 ändert

Revit 2024 und älter laufen auf dem .NET Framework 4.8, Revit 2025 und 2026 auf .NET 8. Revit 2027 läuft auf .NET 10, und laut Autodesk müssen alle Add-ins mit dem .NET-10-SDK gebaut werden. Microsoft beendet die Unterstützung für .NET 8 am 10. November 2026. Autodesk hat deshalb angekündigt, auch Revit 2025 und 2026 auf .NET 10 umzustellen, und Entwickler gebeten, ihre Add-ins dagegen zu testen.

Laut dem Autodesk-Entwicklerblog zum Revit-2027-SDK kommen weitere Änderungen dazu:

Wärmebild eines Kopfes in Falschfarben, das erkannte Gesicht ist mit einer Ellipse markiert

KI und Machine Learning

Ein Gerät soll Bilder selbst auswerten – im Feld, im Labor oder an der Maschine. Die Cloud wäre bequem, doch Reaktionszeit, Datenschutz und fehlende Netzverbindung sprechen oft dagegen. Dann muss die Bildverarbeitung auf knapper Hardware laufen, und genau dort scheitern viele Ansätze, die auf dem Entwickler-PC gut aussahen.

CAD-Modell eines Maschinenbauteils auf einem Bildschirm vor einem steil ansteigenden Leistungsdiagramm

Qualität und Sicherheit

Die Software ist über Jahre gewachsen, jede Version brachte neue Funktionen. Irgendwann warten die Anwender bei großen Dateien minutenlang auf eine Reaktion, und das Fenster zeigt „Keine Rückmeldung“. Einzelne Optimierungen nach Gefühl helfen dann selten. Es braucht ein systematisches Vorgehen.

Wohnraum halb als Strichzeichnung, halb fertig eingerichtet – ein Bild für ein Add-in, das in zwei CAD-Programmen läuft

CAD

Die Lizenzkosten steigen, ein Teil der Konstruktion soll auf BricsCAD wechseln – und die eigenen Add-ins sollen mit. Die gute Nachricht: BricsCAD spricht fast dieselbe .NET-Sprache wie AutoCAD. Die weniger gute: Das „fast“ steckt in Namensräumen, Oberfläche und Setup, und es zeigt sich gern erst beim Anwender.

Roboterarm mit blauer Beleuchtung über einem Bauteil im abgedunkelten Raum

Bildverarbeitung

Ein Prüfsystem läuft in der Erprobung tadellos. An der Linie meldet es plötzlich Fehler, die niemand sieht – nachmittags häufiger als morgens. Der Algorithmus ist unschuldig, das Licht hat sich geändert. In der Bildverarbeitung entscheidet die Beleuchtung, was überhaupt im Bild steht. Kein Filter holt später zurück, was die Kamera nie gesehen hat.

Fachleute im Labor prüfen Proben am Mikroskop – gute Trainingsdaten brauchen Fachwissen

KI und Machine Learning

„Wie viele Bilder brauchen wir?“ ist in fast jedem KI-Projekt die erste Frage. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Das klingt nach Ausrede, ist aber der Anfang eines Plans. Denn welche Bilder Sie sammeln, entscheidet mehr als die Zahl.

Laborarbeitsplatz mit Pipette, Proben und Messsoftware auf dem Laptop

Softwarearchitektur und UML

Die Software läuft seit zwanzig Jahren, die Kunden verlassen sich auf sie – und der Einzige, der den Delphi-Code wirklich kennt, geht nächstes Jahr in Rente. Alles neu schreiben? Das dauert Jahre und bringt erst am Ende Nutzen. Es gibt einen besseren Weg: Stück für Stück, ohne den Betrieb anzuhalten.

Zwei Personen arbeiten an Bildschirmen mit einem 3D-Gebäudemodell

Testautomatisierung

Ein Add-in für AutoCAD und BricsCAD, je zwei Programmversionen, jedes Jahr eine neue: Wer das von Hand prüft, testet irgendwann nur noch das, was er zuletzt geändert hat. Die Fehler kommen dann von dort, wo niemand hingesehen hat. CAD-Add-ins lassen sich automatisch testen – nur nicht mit einem einzigen Werkzeug.

CAD-Oberfläche mit 3D-Hausmodell, Menüband und Layerliste

CAD

Ein Befehl fragt „Mittelpunkt:“ und „Radius:“, der Anwender tippt Zahlen und sieht das Ergebnis erst ganz am Schluss. Das funktioniert, fühlt sich aber an wie 1995. AutoCAD zeigt beim Befehl KREIS, wie es besser geht: Der Kreis hängt an der Maus und wächst mit. Diese Vorschau heißt Jig – und mit der .NET-API bauen Sie sie in Ihre eigenen Befehle ein.

Zwei Entwickler und eine Entwicklerin werten gemeinsam Daten auf mehreren Bildschirmen aus

Qualität und Sicherheit

Ende 2021 wurde die Schwachstelle Log4Shell in der weit verbreiteten Java-Bibliothek Log4j bekannt. In vielen Firmen begann danach eine tagelange Suche: Steckt die Bibliothek in einem unserer Produkte – und wenn ja, in welcher Version? Wer eine Software-Stückliste hatte, beantwortete die Frage in Minuten. Mit dem Cyber Resilience Act wird diese Stückliste für Hersteller zur Pflicht.

CAD-Programm mit dem Symbol eines Ventils und seinen Eigenschaften wie Name, Druck und Temperatur

CAD

Ihr Add-in setzt auf Knopfdruck das Schriftfeld in jedes Layout. Der Block sieht gut aus – aber Zeichnungsnummer, Datum und Bearbeiter fehlen. Oder die Stückliste zählt weniger Türen, als im Plan stehen. Beides hat eine einfache Ursache.

Blaues Drahtgittermodell einer gewölbten Oberfläche aus Punkten und Linien

Bildverarbeitung

Ein 3D-Scanner über einem Förderband liefert eine Punktwolke: viele tausend Punkte im Raum, ungeordnet, verrauscht und mit Lücken. Die Fragen dahinter sind einfach: Was liegt da? Ist es ein Zylinder, ein Quader, eine Kugel? Wie groß ist es, und welches Volumen hat es?

Hand bedient ein Tablet, darüber schweben Diagramme und Kurven als Sinnbild für Benutzeroberflächen

Softwarearchitektur und UML

Der Dialog funktioniert – noch. Im Code-Behind stehen zweitausend Zeilen: Klick-Handler lesen Textfelder aus, rechnen, schreiben in die Zeichnung und schalten Knöpfe aktiv oder inaktiv. Jede neue Anforderung macht ihn fragiler, und testen lässt er sich nur, indem jemand klickt. MVVM räumt hier auf.

Lächelnde Entwicklerin schreibt C#-Code auf eine Glaswand

KI und Machine Learning

Der KI-Assistent schreibt in Sekunden das Gerüst für ein AutoCAD-Add-in. Es sieht überzeugend aus – und ruft eine Methode auf, die es in der API nicht gibt. Oder es lässt sich fehlerfrei übersetzen und benutzt eine Klasse, die unter .NET 10 zur Laufzeit eine Ausnahme wirft. KI beschleunigt das Programmieren spürbar. Ob das Ergebnis taugt, entscheidet aber weiterhin jemand, der das Fach versteht.

Mehrere Hände liegen im Kreis übereinander als Zeichen für Zusammenarbeit im Team

Zusammenarbeit

Lange schien die Rechnung einfach: Programmieren ist teuer, also lagert man es dorthin aus, wo die Stunde wenig kostet. Viele Unternehmen kennen die Folgen – lange Pflichtenhefte, Rückfragen über Zeitzonen hinweg, Ergebnisse, die das Dokument erfüllen und am Bedarf vorbeigehen. Ebi F. Eilber, Geschäftsführer von Cadida, ist überzeugt: Diese Rechnung geht nicht mehr auf, und die Entwicklung kommt zurück.

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